Konfliktmut Mittagspause Nr. 67
die Aufzeichnung unseres LIVE
Formats vom 24. Juni 2026

Am 24. Juni 2026 habe ich mit Friederike Schüle darüber gesprochen, warum Moderation in Teamkonflikten Konflikte nicht einfach löst, sondern zunächst sichtbar macht und warum genau das ihre große Stärke ist. Das Gespräch hat sehr deutlich gezeigt: Teams scheitern oft nicht daran, dass es keine Themen gibt, sondern daran, dass keiner sie klar ausspricht. Gute Moderation schafft deshalb keinen schnellen Harmonieeffekt, sondern einen Rahmen, in dem auch Spannungen, Unklarheiten und unterschiedliche Sichtweisen endlich besprechbar werden.

Ein zentrales Learning für uns alle war:

Moderation beginnt nicht mit der Lösung, sondern mit dem Raum. Friederike arbeitet deshalb mit einem bewussten Check-in und einem gemeinsam erarbeiteten Working Agreement. Dadurch entsteht psychologische Sicherheit – also ein Rahmen, in dem Menschen sich trauen, offen zu sprechen, Fragen zu stellen oder auch Widerspruch zu äußern, ohne direkt negative Folgen befürchten zu müssen. Genau diese Sicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass Konflikte überhaupt sichtbar werden.

Das zweite wichtige Learning:

Moderation braucht Struktur und Flexibilität gleichzeitig. Es gibt einen klaren Prozess, eine Gesprächsführung und sichtbare Leitplanken, zum Beispiel auf dem Flipchart. Gleichzeitig muss gute Moderation flexibel genug bleiben, um auf das zu reagieren, was im Raum tatsächlich passiert. Wenn einzelne Personen blockieren, dominieren oder sich verweigern, braucht es manchmal ein klares Eingreifen, ein Einzelgespräch oder eine Pause, um den Rahmen wiederherzustellen.

Drittens wurde im Live der Unterschied zur Mediation deutlich:

Moderation hält den Prozess und macht Konflikte besprechbar, aber sie löst nicht automatisch tiefe Beziehungskonflikte. Wenn solche Themen auftauchen, braucht es oft einen nächsten Schritt. Etwa ein weiteres Gespräch, einen kleineren Workshop oder eine Mediation. Für dich heißt das: Gute Moderation ist kein Zeichen dafür, dass alles harmonisch ist, sondern oft der Moment, in dem ein Team endlich ehrlich wird. Und genau dort beginnt echte Entwicklung.

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