Drei Gründer, ein bestehendes Unternehmen, Kunden und Zukunftspläne – und trotzdem steht plötzlich eine fundamentale Frage im Raum:
Wollen wir weiterhin gemeinsam ein Unternehmen führen?
Und falls ja:
Wie schaffen wir es, gemeinsam in dieselbe Richtung zu gehen?
Zusätzliche Herausforderung: Zwei Gründer arbeiteten vor Ort miteinander, während sich der dritte über längere Zeit in einem anderen Land aufhielt.
Von Entscheidungen bis WhatsApp
In der Mediation zeigte sich, dass große strategische Themen und scheinbar kleine Alltagsfragen zusammengehörten.
Es ging um Vision und Unternehmenswerte, Entscheidungsprozesse, Kommunikation, Geschäftsführerrollen, Investitionen und ein geplantes Neubauprojekt.
Für wichtige Entscheidungen entwickelten die drei einen gemeinsamen Prozess. Alle relevanten Fakten sollten auf den Tisch, Konsequenzen durchdacht, Bedürfnisse berücksichtigt und Entscheidungsbefugnisse geklärt werden.
Auch für die alltägliche Kommunikation entstanden konkrete Regeln – bis hin zur Vereinbarung, innerhalb von 24 Stunden zu reagieren.
Dabei durfte sogar ein Emoji genügen.
Gemeinsame Richtung statt identischer Persönlichkeiten
Die Gründer entwickelten eine gemeinsame Vision und Unternehmenswerte. Besonders wichtig wurden Vertrauen, Innovation und „Wir sind anders“.
Zwei Mediationstermine und ein Nachgespräch vier Monate später begleiteten diesen Prozess.
Im ausführlichen Praxisbeispiel zur Mediation im Gründerteam lesen Sie, wie die drei Gründer ihre Entscheidungsprozesse, Kommunikation, Rollen und gemeinsame Vision neu ordneten.
Häufige Fragen zu Konflikten in Gründerteams
Wann sollte ein Gründerteam über Mediation nachdenken?
Spätestens wenn wichtige Entscheidungen regelmäßig blockiert werden, Kommunikation zunehmend schwierig wird, der Einstieg von Investoren ansteht (diese “riechen” Konflikte im Gründerteam schon gegen den Wind!) oder die Gründer unterschiedliche Vorstellungen über Rollen, Strategie und Zukunft des Unternehmens entwickeln.
Wie lassen sich unterschiedliche Entscheidungsgeschwindigkeiten im Gründerteam lösen?
Nicht dadurch, dass sich der Schnellere oder Vorsichtigere durchsetzt. Hilfreicher ist ein gemeinsam vereinbarter Entscheidungsprozess: Welche Informationen brauchen wir? Welche Konsequenzen prüfen wir? Wer muss beteiligt werden und wer besitzt welche Entscheidungsbefugnis?
Funktioniert Mediation auch, wenn ein Mitgründer im Ausland lebt?
Ja. Eine Mediation kann vollständig oder teilweise online stattfinden. Gerade bei räumlich verteilten Gründerteams lohnt es sich zusätzlich, verbindliche Kommunikationswege, Reaktionszeiten und Entscheidungsprozesse festzulegen.





