Vertrieb gegen Produktion. Innen- gegen Außendienst. Entwicklung gegen Operations.
Konflikte an Unternehmensschnittstellen entstehen häufig dort, wo Menschen eigentlich besonders eng zusammenarbeiten müssten. Informationen, Entscheidungen und Aufgaben müssen von einem Bereich zum anderen gelangen – und genau dabei entstehen Missverständnisse, unterschiedliche Erwartungen und gegenseitige Vorwürfe.
Aus einem Sachproblem wird dann schnell ein Beziehungskonflikt:
„Die anderen verstehen einfach nicht, was wir brauchen.“
Wenn jede Seite ihre eigene Arbeitsrealität erlebt
In diesem Praxisfall waren unterschiedliche Unternehmensbereiche voneinander abhängig. Gleichzeitig hatten sich Spannungen in der Zusammenarbeit aufgebaut.
Was für die eine Seite selbstverständlich erschien, wurde von der anderen völlig anders wahrgenommen.
Im Klärungsprozess ging es deshalb nicht nur darum, einzelne Streitpunkte abzuarbeiten. Viel wichtiger war die Frage:
Was braucht jeder Bereich vom anderen, damit die gemeinsame Arbeit überhaupt funktionieren kann?
Dabei wurden Erwartungen, Zuständigkeiten, Informationswege und die unterschiedlichen Perspektiven auf die Zusammenarbeit sichtbar.
Nicht die Schnittstelle ist das Problem – sondern das, was dort ungeklärt bleibt
Gerade an Schnittstellen entstehen Konflikte häufig nicht deshalb, weil Mitarbeitende nicht zusammenarbeiten wollen.
Vielmehr treffen dort unterschiedliche Ziele, Arbeitsweisen, Verantwortlichkeiten und Informationsstände aufeinander.
Wenn darüber zu wenig gesprochen wird, entstehen Interpretationen: Die anderen seien unzuverlässig, würden Informationen zurückhalten, nicht mitdenken oder die eigene Arbeit nicht wertschätzen.
Konfliktklärung schafft die Möglichkeit, diese Zuschreibungen wieder durch konkrete Absprachen zu ersetzen.
→ Im ausführlichen Praxisbeispiel zur Mediation bei Teamkonflikten an Unternehmensschnittstellen lesen Sie, welche Konfliktdynamik hinter der Zusammenarbeit stand und welche Lösungen die Beteiligten entwickelten.
Häufige Fragen zu Konflikten an Unternehmensschnittstellen
Warum entstehen zwischen Abteilungen so häufig Konflikte?
An Schnittstellen treffen unterschiedliche Aufgaben, Ziele und Verantwortlichkeiten aufeinander. Fehlt Klarheit darüber, wer welche Informationen wann benötigt, entstehen schnell Missverständnisse und gegenseitige Schuldzuweisungen.
Wann reicht eine Prozessoptimierung nicht mehr aus?
Wenn die Beteiligten nicht mehr nur über Abläufe diskutieren, sondern Aussagen wie „Mit denen kann man nicht arbeiten“ oder „Die machen das immer so“ entstehen, hat der Sachkonflikt häufig bereits die Beziehungsebene erreicht. Dann sollte neben den Prozessen auch die Zusammenarbeit geklärt werden.
Wer sollte bei einem Schnittstellenkonflikt an der Mediation teilnehmen?
Nicht automatisch die gesamte Belegschaft. Entscheidend ist, welche Personen für den Konflikt und seine Lösung relevant sind: beispielsweise Vertreter beider Teams, Führungskräfte oder Verantwortliche für die betroffenen Prozesse.





